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Ingenieur überwacht die Variantenkonfiguration im Maschinen- und Anlagenbau

Variantenkonfiguration im Maschinen- und Anlagenbau

Eine neue Studie zeigt die Verbesserungspotenziale

02.10.2018


Typischerweise werden im Maschinen- und Anlagenbau 58% der Produkte als Varianten gefertigt, 25% in Einzelfertigung und nur 17% als Standardprodukte.

Deshalb optimieren viele Unternehmen den Konfigurationsprozess, um im besten Fall in Losgröße 1 liefern zu können. Eine medienbruchfreie Wertschöpfungskette ist in der Variantenfertigung der Schlüssel zum Erfolg. Von der Auftragserfassung mit Konfigurator beim Kunden, über die Konstruktion, Fertigung und Auslieferung, müssen die Logiken eines Variantenartikels verfügbar sein. Dazu gehören nicht nur die Konfiguration der Artikel und Stücklisten nach Sachmerkmalen, sondern auch eine intelligente Preisfindung oder Gewichtsberechnung, die sich an Regeln der Materialbeschaffung, Arbeitsgängen oder Ressourcen orientiert.

So stellen die Unternehmen sicher, dass genau die Variante gefertigt wird, die der Kunde beauftragt hat. Durch klar definierten Formel- und Regelwerke können Lieferzeiten erheblich reduziert werden. Machbarkeit und Preise stehen sofort bereit und die Fertigung kann genau geplant werden. Auch Produktblätter oder Angebotstexte können anschließend direkt erstellt werden. Über eine Seriennummernfunktionalität lassen sich alle gefertigten Produkte einer Variante wieder als Unikate darstellen. So werden Informationen für den Service bereitgestellt und der eigene Produktlebenszyklus wird abgebildet. Durch die Wiederverwendung gespeicherter Varianten lassen sich neue Aufträge noch schneller bedienen und auch bei komplexer Anforderung genau kalkulieren.

Soweit die Theorie. In der Praxis fokussieren sich die Unternehmen laut einer Studie von BearingPoint (2018) entweder auf die Optimierung der Variantenfertigung oder der Produktkonfiguration im Vertrieb.
Im letzteren Fall werden die Daten aus dem Vertrieb in der weiteren Auftragsabwicklung und der Supply Chain nicht genutzt. Ganz selten finden wir im Maschinenbau die Möglichkeit, bereits auf Webportalen vom Kunden Varianten konfigurieren zu lassen - wie es etwa Automobil- oder Systemmöbelhersteller machen - und diese Daten direkt an die Produktion zu übergeben. Dies liegt vor allem an der technischen Komplexität der Produkte. 44% der Unternehmen haben mehr als 100 Parameter, die für die Ausgestaltung der Variante erforderlich sind. Oftmals ist eine technische Beratung nötig, ob die Variante sinnvoll ist. Umgekehrt ist es für die Hersteller von Bedeutung möglichst einfach und kostengünstig zu produzierende Varianten zu verkaufen, um die Komplexität in der Produktion beherrschbar zu halten.

Besonders zufrieden sind daher jene Unternehmen, die die Produkt- und Variantenkonfiguration entweder direkt im ERP-System haben, oder eine Standardsoftware dafür nutzen. Das hat zumeist den Vorteil, dass die Ergebnisse sowohl in der Produktion, als auch in der Supply Chain genutzt werden können. Gerade die wichtigen Daten zu Preisfindung und Lieferzeiten werden somit gut abgefangen.
Eine Variantenkonfiguration im ERP ist dann gut, wenn der Mengen- und Wertefluss auch für eine einzelne Variante sichergestellt ist. D.h. jede Variation hat ihren eigenen Wert und Lagerbestand. Weiteres Potenzial bietet dabei die Auswertung der häufigen und seltenen Varianten sowie die strategische Bepreisung dieser Kombinationen. Das beherrschen in allen Facetten nur wenige Unternehmen; 81 % planen daher auch noch eine Optimierung der bestehenden Lösung.

Eine wichtige Erkenntnis der Studie ist zudem: die High Level Performer, die sich auf die Variantenfertigung spezialisiert haben, stehen auch in der Produktivität am besten da und liefern im Schnitt mehr Maschinen pro Jahr aus.

MODUS Consult bietet auf der Basis von Microsoft Dynamics ein komplettes ERP-System für die Variantenfertigung, wie es im Maschinenbau oder der Möbelindustrie zur Anwendung kommt. Den Regeln und Merkmalen sind dabei praktisch keine Grenzen gesetzt. Die Integration in den Betriebsablauf ist dabei immer gegeben.


Möchten Sie wissen, wie Sie die Verbesserungspotenziale für Ihr Unternehmen nutzen können? 
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Literaturnachweis:

Discher, A. & Rohland, L. (2018).
Produktkonfiguration als Erfolgsfaktor im Maschinen- und Anlagenbau.
BearingPoint: Frankfurt a. M.