M365 Copilot bei Condor Werke: Abschluss der Pilotphase

Erkenntnisse, Nutzen, Ausblick

Zweieinhalb Monate intensives Testen liegen hinter den Condor Werken. Die Pilotgruppe hat M365 Copilot im Arbeitsalltag erprobt – von Outlook bis Excel – und zieht nun ein Fazit: Wo erleichtert die KI den Alltag, wo braucht es noch Nachjustierung, und was bedeutet das für den weiteren Einsatz?

Nutzung & Zahlen – ein realistischer Blick

Die Pilotgruppe nutzte alle sechs Lizenzen aktiv und kam im Schnitt auf 43 Prompts pro Person und Monat – mit einem einzelnen Power User, der 146 Prompts verzeichnete. Outlook und Microsoft Teams blieben die meistgenutzten Anwendungen. Der Einsatz in Word, Excel und PowerPoint war zunächst verhaltener, nahm jedoch mit der Zeit zu.

Der Trend ist konstant positiv: Copilot wird im Arbeitsalltag regelmäßig eingesetzt, vor allem dort, wo Kommunikation, Abstimmung und Dokumentation eine Rolle spielen. Auch die Auswertungen im Admin Center bestätigten eine gleichmäßige Nutzung über die gesamte Pilotphase hinweg – ein Zeichen dafür, dass die KI zunehmend selbstverständlich in Prozesse integriert wird.

Was überzeugt hat

Copilot erleichtert viele kleine Arbeitsschritte – von der Formulierung von E-Mails bis zur Überprüfung von Arbeitsanweisungen. Besonders positiv bewerteten die Teilnehmenden die Zusammenfassungsfunktionen in Outlook, die Strukturierungshilfen in Word und die Möglichkeit, Dokumente im Kontext laufender Projekte zu prüfen. Auch in der Projektarbeit konnte Copilot punkten – etwa beim Sammeln, Gliedern und Validieren von Informationen.

Ein praktischer Anwendungsfall war die Prüfung von Arbeitsanweisungen und Richtlinien: Hier nutzte die Pilotgruppe Copilot, um E-Mails und Dokumente auf Einhaltung betrieblicher Vorgaben zu analysieren. In einem weiteren Test wurde der KI sogar das Corporate Design hinterlegt, sodass Formatierungen und Layout-Vorgaben automatisch berücksichtigt werden konnten – ein Schritt hin zu konsistenterer Unternehmenskommunikation.

Darüber hinaus stellte sich die Integration in die Office-Welt als stabil und vielseitig heraus. Copilot lässt sich direkt in Outlook, Word, Excel oder PowerPoint anheften und wird so zum festen Bestandteil der täglichen Arbeit.

Im letzten Meeting wurden außerdem mehrere neue Funktionen vorgestellt, die Microsoft aktuell bereitstellt:

  • der Facilitator als Besprechungsmanager, der Agenden verfolgt, Themen priorisiert und Notizen automatisch zusammenfasst,
  • der verbesserte Copilot Chat mit erweiterten Such- und Kontextfunktionen,
  • die neuen Skill Agents für Kompetenzmanagement und gezielte Ansprechpartner-Vorschläge,
  • sowie der App Builder zum Erstellen individueller Anwendungen direkt in Microsoft Teams.


Auch wenn diese Features noch nicht aktiv getestet wurden, machten sie deutlich, wie schnell sich die Plattform entwickelt – hin zu einem vernetzten, kontextbewussten KI-Ökosystem innerhalb von Microsoft 365.

Herausforderungen und Lernfelder

Nicht alle Anwendungen zeigten sich gleich stabil. Besonders in Excel hängt der Nutzen stark von präzisen Prompts ab – etwa bei komplexen Formeln, Berechnungen oder Tabellenvergleichen. Auch die automatisierte Dokumentenerstellung führte zu gemischten Ergebnissen: Beim Versuch, einen Flyer auf Basis von Produktdaten zu erstellen, blieb das Resultat hinter den Erwartungen zurück. Das Beispiel zeigte aber auch, wie wichtig klare Aufgabenstellungen und eine saubere Datenbasis für die Qualität der Ergebnisse sind.

Positiv fiel dagegen auf: Copilot lernt mit der Nutzung. Je häufiger der Assistent eingesetzt wird, desto besser erkennt er Kontexte und kann Vorschläge auf Basis bestehender Inhalte optimieren – vor allem in Outlook, wo er bereits beim Verfassen neuer Nachrichten auf vorangegangene Mails eingeht.

Technische Neuerungen im Überblick

Während der Pilotphase und im letzten Meeting wurden zahlreiche neue Features vorgestellt, die den Funktionsumfang von M365 Copilot erweitern:

  • PDF- und Bildanalyse: Copilot erkennt visuelle Inhalte in Word- und PDF-Dateien und kann sie inhaltlich auswerten.
  • Outlook-Integration: E-Mail-Anhänge können künftig automatisch analysiert und bei der Beantwortung von Anfragen berücksichtigt werden.
  • Copilot Pages: Inhalte aus Chat und Dokumenten lassen sich direkt in Word- oder PowerPoint-Dateien exportieren.
  • SharePoint Agents: ermöglichen künftig, dass Copilot direkt auf SharePoint-Seiten reagiert und dort Inhalte analysiert oder Vorschläge liefert.
  • Copilot Control System: Administratoren können detaillierte Nutzungsmetriken und Trends einsehen – inklusive Pay-as-you-go-Abrechnung für nutzungsbasierte Agents.
  • Sicherheits- und Inhaltsfilter: Unternehmen können Themenbereiche definieren, die Copilot ausschließen soll – etwa zu sensiblen oder geschützten Inhalten.


Diese neuen Werkzeuge verdeutlichen, dass sich die KI-Integration in Microsoft 365 stetig weiterentwickelt und immer tiefer in das tägliche Arbeiten eingebettet wird.

Entscheidung & Ausblick

Nach Abschluss der Pilotphase prüfen die Condor Werke, wie der Einsatz von Copilot und weiteren KI-Tools künftig gestaltet werden kann. Dabei stehen vor allem Lizenzmodelle, Kosten-Nutzen-Verhältnisse und Alternativen wie Company GPT im Fokus. Die gewonnenen Erfahrungen fließen in die strategische Bewertung ein – mit dem Ziel, die KI-Unterstützung dauerhaft und gezielt einzusetzen.

Die Pilotphase hat gezeigt: M365 Copilot kann den Arbeitsalltag spürbar erleichtern – besonders in der Kommunikation, bei der Textarbeit und bei strukturierten Aufgaben. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Qualität der Ergebnisse vom richtigen Umgang mit der KI abhängt.

Wer Copilot als Werkzeug versteht, sich mit dem Prompten aktiv auseinandersetzt und bereit ist, Neues auszuprobieren, erzielt die besten Resultate. Es gilt, zu lernen, wie man fragt – nicht nur, was man fragt. Mit Engagement, Klarheit und der richtigen Nutzung wird Copilot so zum verlässlichen Alltagsbegleiter im modernen Büro.

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