Lagerhaltung optimieren

Räume effizienter nutzen, Warenströme besser kontrollieren

Die Koordination des Lagers und die Bereitstellung von Produktionsteilen oder Produkten sind für produzierende Unternehmen elementar. Je größer das Lager, desto besser gelingen Koordination und Controlling der Warenströme – sofern man ein softwarebasiertes Lagerverwaltungssystem einsetzt. 

Die Aufgaben der Lagerhaltung 

Lagerhaltung ist mehr als nur ein kostspieliger Unterbringungsort. Natürlich bindet die zeitliche Phase zwischen Beschaffung, Produktion und Verkauf ein bestimmtes Kapital. Je länger die Artikel und Güter im Lager verbleiben, desto höher sind die Kosten. Logistik-Experten identifizieren fünf zentrale Aufgaben, die der Lagerhaltung zugewiesen werden können:  

  • Überbrückung: Saisonale Produkte können auch außerhalb der Saison verkauft werden 

  • Umformung: Große Produkteinheiten werden in kleine, verkaufsgerechte Einheiten abgefüllt 

  • Sicherung: Lieferengpässe oder unsichere Bedarfszeiten lassen sich ausgleichen 

  • Veredlung: Käse, Wein, Whiskey oder Holz beispielsweise benötigen eine Reifungszeit, bevor sie weiter verarbeitet werden können 

  • Spekulation: Produkte, die extremen Preisschwankungen unterliegen, werden günstig eingekauft und solange gelagert, bis der Preis auf ein hohes Niveau steigt 

Mit einem entsprechend großen Lager ist es weiterhin möglich, dass zum Beispiel Online-Shops eine hohe Bandbreite an Produkten vorrätig halten können. Daneben kann die Lagerhaltung auch zur Kostensenkung im Unternehmen beitragen. Der Grund dafür ist, dass die Bestellkosten pro Artikel sinken, wenn diese in großen Mengen eingekauft werden. Solange die Lagerkosten die Ersparnis nicht übersteigen, macht das Unternehmen mit der Lagerhaltung Gewinn. 

Statische oder chaotische Lagerhaltung: Eine Frage der Unternehmensgröße 

Wie die Lagerverwaltung räumlich organisiert ist, hängt in der Regel von der Größe des Unternehmens ab. Bei kleinen Firmen ist die Frage relevant, wie übersichtlich das Lager organisiert ist, bei großen Firmen kommt es auf die maximale Ausnutzung der Kapazitäten an. Daher lassen sich bei der Lagerhaltung zwei Formen der räumlichen Einteilung unterscheiden:  

  • statisch

  • dynamisch / chaotisch 

Von statischer Lagerhaltung spricht man, wenn jeder Artikel seinen festen Platz im Lager hat. Nach dem Prinzip „Gleiches zu Gleichem“ ändert sich die Aufteilung im Lager nicht, sollte der Bestand zurückgehen. Der Vorteil dieser Form der Lagerverwaltung ist die leichte Auffindbarkeit der Artikel, ihr Nachteil die geringe Ausnutzung potenzieller Leerflächen. Daher eignet sich die statische Lagerhaltung vor allem für solche Unternehmen, deren Bestand relativ konstant bleibt – sowohl bei der Anzahl der Artikel als auch der jeweiligen Menge. 

Die dynamische Zuordnung von Lagerplätzen, auch chaotische Lagerhaltung genannt, besitzt kein festes System der Ablage von Artikeln. Stattdessen werden die Lagerplätze zufällig verteilt. Eingelagert wird scheinbar dort, wo gerade Platz ist. Scheinbar deshalb, weil sich Optimierungen nach unterschiedlichen Kriterien abbilden lassen. Das Ziel: Fahrwege im Lager werden verkürzt, Einlagerung und Entnahme gehen besonders schnell vonstatten, aber auch Schutzvorschriften können berücksichtigt oder Lagerzonen gebildet werden. Insgesamt wird die Nutzung der Lagerflächen durch diese Form der Lagerverwaltung optimiert. Vor allem großen Unternehmen mit hohen Lagerkapazitäten kommt dies zugute. 

Lagerverwaltungssoftware: Baustein des wirtschaftlichen Erfolgs 

Voraussetzung für eine chaotische Lagerhaltung ist der Einsatz eines automatisierten Lagerverwaltungssystems. Dieses beginnt bei Barcode-Scannern, die den jeweiligen Lagerplatz eines Artikels erfassen, und reicht bis zur entsprechenden Lagerverwaltungssoftware. So lassen sich beispielsweise der manuelle Suchaufwand und der Aufwand für die Koordination der Lagerarbeiter erheblich reduzieren. 

Fazit

Mit der Anbindung an das unternehmenseigene Warenwirtschaftssystem wird die Lagerhaltung zur Schnittstelle von Einkauf und Vertrieb. Kennt man den genauen Bestand, lassen sich beispielsweise mittels Kommissionierung alle Kundenbestellungen schneller versandfertig machen. Auch der Einkauf arbeitet zielgerichteter. Fehlmengen und Überkapazitäten lassen sich anhand der Daten der Lagersoftware eher identifizieren. Auch Finanzbuchhaltung, Rechnungsstellung und Controlling können durch die zentrale Anbindung an die Lagerverwaltungssoftware effizienter organisiert werden. 

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